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Notizbuch oder digital?

„Ein Zeitplanbuch, so etwas Altmodisches! Gibt es diese Dinger überhaupt noch?“ So ein Satz ist sehr gut denkbar. Und: „Ich habe ein Smartphone. Damit erledige ich alles!“

Völlig richtig: Dein Smartphone speichert Telefonnummern, Mail-Adressen und Termine. Dazu kommt das endlose Angebot an Apps, mit denen das Handy immer mehr Aufgaben erledigen kann. Und natürlich die Kameras, die technisch immer besser werden.

Im Datenverbund mit dem PC oder Notebook werden die Handy-Inhalte synchronisiert. Dadurch hat man auf dem Mobilgerät seine Dateien und Arbeit vom Schreibtisch immer mit dabei. Umgekehrt wäre es eine ziemliche Fummelei, mit der kleinen Tastatur des Handys längere Texte einzutragen.

Aber: Wer unterwegs mit dem Smartphone oder Tablet fotografiert, hat seine Bilder bereits auf dem Notebook und PC, sobald er es auf dem Schreibtisch wieder anschaltet. Zumindest in der Systemwelt von Apple, wo die Daten der Anwender in der iCloud gesichert sind. 

Dass die iCloud von Apple alles über ein Rechenzentrum in den USA speichert, könnte die Datenschützer so richtig aufregen. Nur: Was du als privater User an Fotos oder E-Mails besitzt, interessiert keinen Geheimdienst der Welt. Für Großunternehmen, Behörden oder Kriminelle aber gilt: Wer brisante Datenbestände besitzt, weiß das vorher und kann geeignete Vorkehrungen treffen.

Aber wozu noch ein Zeitplanbuch? Auf keinen Fall, um den Kalender doppelt zu führen. Denn diese Mühe führt zu nichts. Aber: Wer Notizen schriftlich festhält, statt sie ins Handy einzutippen, erinnert sich besser an das Geschriebene. „Denken mit der Hand“, so bringt es der Notizbuchhersteller Leuchtturm auf den Punkt.

Was du in ein Smartphone oder Notebook eintippst, lässt sich viel schwerer wiederfinden als Notizen in einem Zeitplanbuch, das du einfach durchblättern kannst – oder einzelne Seiten einem Stabilo oder Lineal markierst.

Sehr häufig hört man auch das Wort „Haptik“, also die Lehre vom Tasten, wie es der Duden erläutert. Es ist schon ein besonderes Gefühl, ein Buch statt eines Readers oder eine Zeitung statt eines Online-Artikels zu lesen. 

Das Schreiben mit einem Stift auf Papier gibt ein sinnliches Gefühl, da es glatt, rau, zerknittert oder stark gemasert sein kann. Aber auch, was dabei rauskommt, ist interessant: „Ich reise niemals ohne mein Tagebuch. Man sollte immer etwas Aufregendes zu lesen bei sich haben,“ wie der englische Autor Oscar Wilde zitiert wird.

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