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Filofax

Her damit, weg damit

Ein Filofax Slimline Executive von 1991

Wie man einen gebrauchten Filofax kaufen und verkaufen kann, findest du in einem Beitrag auf Philofaxy.com in englischer Sprache

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Wie der Filofax entstand

Heute ist wohl kaum auszumachen, wer zuerst einen systematischen Zeitplaner führte. Vieles deutet darauf hin, dass die Wurzeln in den USA liegen. Ende des 18. Jahrhunderts erscheinen dort die ersten Wochenkalender mit festen Rubriken. 

Als das Leben in den USA hektischer und geschäftiger wird, bieten diese Kalender immer mehr Platz für Notizen und Termine, aber auch Wetterregeln, Bibelworte und kommerzielle Anzeigen.

Anfang des 20. Jahrhunderts gelangt die Idee des Zeitplaners nach Europa, wo Norman & Hill in London 1921 den Filofax herausbringen. Vorbild sind die Ringordner von Lefax. Der ist aber kein gebundener Kalender, sondern eine Sammlung loser Blätter, die jeder nach seinem Bedarf zusammenstellt.

Seine größte Zeit hat das Zeitplanbuch in den 80ern, als der Filofax zum Statussymbol der Yuppies wird, also jüngere und gut verdienende Angestellte in den Ballungsräumen von Europa und den USA.

Doch im neuen Jahrtausend übernimmt die Elektronik – und Papier muss weichen. Angesagt sind jetzt Tablets und Smartphones, während das Zeitplanbuch aus den Regalen verschwindet.

Doch so ganz gehen die Planer nicht unter – vielmehr erleben sie mit dem Bullet Journal und Journaling ein Comeback. Das sind maßgeschneiderte Planer auf punktkariertem Papier – und für viele ein ständiger Begleiter. Manche nur für ein Jahr, andere für länger. Oft auch viel länger.

Mein erster Filofax

Wir schreiben 1987, und ich kaufe in London meinen ersten Filofax. Es ist ein „Argyll“ aus Kalbsleder, er kostet 70 Euro. Das gleiche Modell aus anderen Ledersorten heißt „Buckingham“.

Mein Filofax ist aus vertrauensvollem schwarzen Leder, im Format Personal für Papier mit 95 x 171 mm und hat je eine Tasche in der rechten und linken Innenseite. Eingraviert ist der Code „4CLF“, also die Angabe für die Zahl der Taschen (4) und das Material (CLF – Calf, Kalbsleder).

Diesen Filofax habe ich heute noch. Aber ich bedaure, dass ich ihn nicht bei Harrods gekauft habe, wo er mit einer goldenen Prägung des Kaufhauses angeboten wurde. Aber so war diese Zeit. Der Filofax war teuer, ein Statussymbol und noch weit davon entfernt, dass er einmal zu einem günstigen Massenprodukt wird.

 

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Filofax Smartphone

Einlagen für den Filofax

Es begann mit technischen Datenblättern, die ein Amerikaner für einen Ordner mit sechs Ringen entwickelte. Daraus entstanden der englische Filofax und später die Zeitplaner anderer Anbieter.

Seit jeher haben die Einlagen das Format 95 x 171 mm. Filofax hat das Sortiment zwar um mehrere andere Formate erweitert, darunter A5 oder Compact. Die klassische Papiergröße aber heißt „Personal“ und entspricht keinem der genormten deutschen Formate.

Der Riesenvorteil des Filofax: Man kann alles einheften und rausnehmen, darunter Formulare, Stadtpläne, Datenblätter, Registerkarten nach dem Alphabet und Monat oder Plastikhüllen für Belege und Visitenkarten.

Wer richtig viel Platz in seinem Filofax hatte, kriegte auch ein Etui aus Leder für Euroschecks und Kreditkarten. Es gab sogar Verlage, die sich auf Ratgeber und Literatur zum Einheften in den Filofax spezialisierten. 

Man kann sogar eigene Formulare herstellen. Du benötigst dafür Blanko-Papier und einen Drucker, der dieses Format verarbeiten kann, außerdem einen Locher mit sechs Löchern in der richtigen Anordnung.

Mit Formularen für die unterschiedlichsten Berufe und Hobbies erreichte der Filofax den Gipfel seiner Beliebtheit. Dazu gab es Zubehör zum Einheften, darunter Solarrechner, Schminkspiegel und sogar einen Flachmann. 

Doch das war einmal: Der Filofax hat seine goldenen Zeiten hinter sich und wurde vom Smartphone abgelöst. Aber das gilt auch Kompaktkameras, das Navi im Auto oder die Spielkonsole.

Wer sammelt heute noch die Geburtstage seiner Freunde auf Papier? Völlig überflüssig wurden auch die Formulare für Adressen und Telefonnummern. Diese Daten hat man heute im Smartphone, abrufbar für schnelle Mails und Telefonate.

Das gleiche gilt für die Einlagen für Feiertage, internationale Maßeinheiten oder die Schulferien. Die rufst du in aktuellster Form auf dem Smartphone ab. Und statt des Schminkspiegels nimmt man heute die Selfie-Kamera des Handys.

Trotz allem ist der Filofax nicht am Ende. Er bleibt ein wichtiges Hilfsmittel für berufliche und private Zwecke. Denn er kann noch vieles, was die Elektronik nicht schafft.

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Filofax Methoden Smartphone

Papier vs. Elektronik: 28 Thesen

Beim Zeit-Management steht man noch immer vor der Entscheidung: Notebook oder Notizbuch, Elektronik oder Papier? Hier einige Anregungen, um das Beste aus beiden Welten zu erhalten.

Vorteile eines Zeitplanbuches

  • Auf Papier lassen sich komplexe Strukturen und Zusammenhänge einfacher skizzieren
  • Ein Zeitplanbuch lässt Individualität, Stil und Kreativität zu
  • Notizen per Hand filtern das Entscheidende heraus
  • Private Gedanken vertraut man lieber einem Papier an
  • Optimal, um schnelle Notizen festzuhalten
  • Das Blättern im Zeitplanbuch ist bequemer
  • Was man auf Papier liest, wird besser behalten
  • Papier braucht keinen Strom
  • Papierplaner sind robuster, dürfen auch mal runterfallen
  • Ein Zeitplanbuch ist preisgünstig
  • Erhältlich in Papierformaten von Mini bis DIN-A4
  • Unbegrenzte Archivierung

Nachteile eines Zeitplanbuches

  • Wiederkehrende Termine müssen manuell eingegeben werden
  • Jeder kann in einem fremden Zeitplanbuch lesen
  • Wer sein Zeitplanbuch verliert, verliert alle Aufzeichnungen

 

Vorteile elektronischer Geräte

  • Notizbuch-Apps verarbeiten Audio, Bilder und Videos
  • Kommunikation über E-Mail und Social Media
  • Synchronisation über die Cloud
  • Smartphones und Tablets haben hochwertige Kameras
  • Wozu mehrere Geräte, wenn man das Smartphone/Tablet immer dabei hat?
  • Apps lassen sich schnell nach Begriffen durchsuchen
  • Apps erinnern mit einem Alarm an Termine
  • Wiederkehrende Termine (Geburtstage, Feiertage) werden automatisch angezeigt
  • Inhalte lassen sich durch Passwort oder Fingerabdruck sichern
  • Zugriff auf Tausende von Apps

 

Nachteile elektronischer Geräte

  • Abhängig von Strom
  • Empfindlicher als ein Zeitplanbuch
  • Kostspielig in der Anschaffung

Das Fazit: Beide Systeme haben einzigartige Vorzüge. Dies sollte dazu führen, dass man beide verwendet. Vielleicht dazu der Autor selbst:

„Wie fast jeder heute, habe ich mein Smartphone überall dabei. Damit kann ich über Telefon, Mail oder WhatsApp kommunizieren, Fotos aufnehmen und alle Infos abrufen, die ich am Schreibtisch ins MacBook eingegeben habe. 

Im Büro bleibt mein Filofax, mit dem ich Projekte und Details plane. Der Vorteil: Überholte Inhalte kann ich entweder wegwerfen oder in einem separaten Filofax archivieren.

Manchmal habe ich den Filofax auch unterwegs dabei und kann in Ruhe durchlesen, wo ich stehe und was in Zukunft wichtig werden kann.“

 

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Filofax Hersteller

Die Filofax Story

Tempo steht fürs Papiertaschentuch, und Filofax steht fürs Zeitplanbuch. In den 80er und 90er Jahren galt der ledergebundene Ringordner als Standard im Geschäftsleben, allen voran Filofax und der dänische Hersteller Time/system.

Filofax prägte so sehr die Branche, dass ungezählte Nachahmer ihre Ringbücher im Format Personal des Filofax mit 95 x 171 mm anboten, während Time/system vor allem auf das deutsche A5-Format setzte.

Durch die Ringmechanik sind der Filofax und andere Zeitplanbücher extrem flexibel. Man kann seinen Inhalt zusammenstellen, wie es gerade passt, oder auch auf mehrere Bücher verteilen. Was erledigt oder überholt ist, wird herausgenommen oder archiviert.

Und so entwickelte sich Filofax:

Um 1910: Der Amerikaner John C. Parker erfindet einen Ringordner mit sechsfacher Lochung für technische Datenblätter

1912: Gründung von Lefax in Philadelphia, zusammengesetzt aus „Leafs“ und „Facts“ („Blätter“ und „Fakten“)

1919: Der englische Colonel Disney übernimmt die Idee aus den USA und gründet in London die Norman & Hill, Ltd.

1921: Norman & Hill bietet ledergebundene Zeitplaner als „File of Facts“ an

1930: Die Marke Filofax wird als Warenzeichen eingetragen

1940: Norman & Hill wird ausgebombt. Die Sekretärin Grace Scurr kann mit den Aufzeichnungen aus ihrem Filofax den Betrieb wieder herstellen

1976: Norman & Hill wird in Filofax, Ltd umbenannt

1987: Filofax geht an die Börse

1990: Übernahme durch den Tranwood Consortium Fund, Gründung der Filofax Group

1994: Filofax kauft den amerikanischen Hersteller Lefax, dessen Produkte Vorbild waren und lange in Lizenz angeboten wurden

1998: Feindliche Übernahme durch das US-Unternehmen DayRunner

2000: Schließung der Produktion in Großbritannien

2001: Verkauf an den schottischen Kalenderhersteller Letts, daraus entsteht die „Letts Filofax Group Ltd.“

2006: Die Letts Filofax Group Ltd.  fusioniert mit Blueline, einem kanadischen Unternehmen von 1917, zur FLB Group.

Heute: Weltweit sind 800 Mitarbeiter für die FLB Group tätig, davon 20 für die deutsche Niederlassung im Rhein-Main-Gebiet. Nach Angaben des Unternehmens werden im schottischen Dalkeith jährlich über 20 Millionen Zeitplanbücher und Kalender produziert.

Was der Filofax mit den Yuppies zu tun hatte, kannst du hier lesen

Weitere Infos:

www.filofax.de

https://timesystem.de

http://www.flbgroup.com

https://lettsoflondon.com

https://www.blueline.com

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