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Filofax

Wie der Filofax entstand

Heute ist wohl kaum auszumachen, wer zuerst einen systematischen Zeitplaner führte. Vieles deutet darauf hin, dass die Wurzeln in den USA liegen. Ende des 18. Jahrhunderts erscheinen dort die ersten Wochenkalender mit festen Rubriken. 

Als das Leben in den USA hektischer und geschäftiger wird, bieten diese Kalender immer mehr Platz für Notizen und Termine, aber auch Wetterregeln, Bibelworte und kommerzielle Anzeigen.

Anfang des 20. Jahrhunderts gelangt die Idee des Zeitplaners nach Europa, wo Norman & Hill in London 1921 den Filofax herausbringen. Vorbild sind die Ringordner von Lefax. Der ist aber kein gebundener Kalender, sondern eine Sammlung loser Blätter, die jeder nach seinem Bedarf zusammenstellt.

Seine größte Zeit hat das Zeitplanbuch in den 80ern, als der Filofax zum Statussymbol der Yuppies wird, also jüngere und gut verdienende Angestellte in den Ballungsräumen von Europa und den USA.

Doch im neuen Jahrtausend übernimmt die Elektronik – und Papier muss weichen. Angesagt sind jetzt Tablets und Smartphones, während das Zeitplanbuch aus den Regalen verschwindet.

Doch so ganz gehen die Planer nicht unter – vielmehr erleben sie mit dem Bullet Journal und Journaling ein Comeback. Das sind maßgeschneiderte Planer auf punktkariertem Papier – und für viele ein ständiger Begleiter. Manche nur für ein Jahr, andere für länger. Oft auch viel länger.

Mein erster Filofax

Wir schreiben 1987, und ich kaufe in London meinen ersten Filofax. Es ist ein „Argyll“ aus Kalbsleder, er kostet 70 Euro. Das gleiche Modell aus anderen Ledersorten heißt „Buckingham“.

Mein Filofax ist aus vertrauensvollem schwarzen Leder, im Format Personal für Papier mit 95 x 171 mm und hat je eine Tasche in der rechten und linken Innenseite. Eingraviert ist der Code „4CLF“, also die Angabe für die Zahl der Taschen (4) und das Material (CLF – Calf, Kalbsleder).

Diesen Filofax habe ich heute noch. Aber ich bedaure, dass ich ihn nicht bei Harrods gekauft habe, wo er mit einer goldenen Prägung des Kaufhauses angeboten wurde. Aber so war diese Zeit. Der Filofax war teuer, ein Statussymbol und noch weit davon entfernt, dass er einmal zu einem günstigen Massenprodukt wird.

 

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Kreatives Schreiben Methoden

Nichts mehr vergessen

So viele Einfälle und Ideen gehen einfach unter, solange sie nur in deinem Kopf sind. Vielleicht sollte ich dir von einer Gründerin aus meinem Umfeld erzählen. Sie brachte die besten Voraussetzungen für ein erfolgreiches Business mit: Fundiertes Wissen, seriöses Auftreten und soziale Kompetenz. 

Fast täglich führte sie Gespräche mit potenziellen Geschäftspartnern, es ging um tolle gemeinsame Projekte, und sie stieß mit ihrem Schwung und Können auf Begeisterung.

Nur: Sie hielt keine der Besprechungen schriftlich fest. Eine simple Notiz auf einem Blatt Papier hätte genügt: Mit wem über was gesprochen, und wie verblieben?

Ohne schriftliche Basis betrieb sie ihr Business wie Vollgas im Leerlauf. Die Frau verlor die Übersicht, setzte kaum neue Projekte um, hielt sich mit kleinen Dingen über Wasser, da eine Grundlage für langfristige und lukrative Geschäfte nicht vorhanden war.

Was kannst du gegen das Vergessen tun?

  • Du schreibst, was dir einfällt, in ein Notizbuch mit leeren Seiten
  • Du kaufst ein strukturiertes Notizbuch mit festen Rubriken, die täglich auszufüllen sind
  • Du erstellst ein Bullet Journal als Kalender, Notizbuch oder Ideen-Pool

Ganz wichtig: Du bist nicht in der Schule, wo Rechtschreibung und Stil benotet werden. Du schreibst nur für dich selbst, also feile nicht zu pedantisch lange an der perfekten Formuierung.

Mit dem Schreiben bist du auch kein exotischer Spinner: Seit das private Schreiben in Mode gekommen ist, stiegen die Verkäufe herkömmlicher Schreibwaren spürbar an. Allein in den USA wurde 2018 ein Zuwachs von 18 % bei Notizbüchern gegenüber dem Vorjahr verzeichnet.

Oder lieber digital?

Und jetzt die Grundsatzfrage: Mit Stift und Papier oder am Computer? Einen PC, ein Tablet oder Smartphone hat fast jeder, und Papierwaren gibt’s für wenig Geld. Daran liegt es also nicht.

Jeder sollte jeder selbst entscheiden, da beides seine Vorteile bietet. Wer mit der Hand schreibt, arbeitet konzentrierter. Wichtig ist, es überhaupt zu tun. Wer lieber ins Smartphone oder Tablet tippt, sollte dies ebenfalls tun. 

Hauptsache, du kommst zum Nachdenken – über dich selbst, dein Leben, deine Zukunft. Der Rest ergibt sich.

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Methoden Notizbuch Termine

Wie dir ein Bullet Journal hilft


Ein Bullet Journal verspricht sehr viel, aber kann es das auch wirklich halten? Geht es nach dem Designer Ryder Carroll, der diese Art von Notizbuch erfand, ermöglicht ein Bullet Journal deine Zeitplanung und kombiniert sie mit Erinnerungen, Listen und Ideen. 

Das Wort setzt sich zusammen aus „Bullet“, das ist ein Gliederungspunkt in einer Liste, und „Journal“, der aktuelle Begriff für ein Tagebuch oder eine schriftliche Sammlung von Inhalten. Von den Anwendern wird auch gerne die Abkürzung „BuJo“ verwendet.

Für ein Bullet Journal brauchst du nur ein leeres Notizbuch, am besten in DIN A5, mehrere Stifte und ein Lineal. Du kriegst aber auch halbfertige Bullet Journals zu kaufen, auch sie haben zumeist das gleiche, bewährte Format.

Und nun überlegst du dir, was dein Bullet Journal alles enthalten sollte. Vielleicht einen Terminkalender, ein paar Fotos, Listen für den nächsten Urlaub oder deine nächsten Bücher. Du siehst, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, dein Bullet Journal wird ganz individuell und einmalig.

Aber es braucht auch eine Struktur. Dazu solltest du die Seiten nummerieren. Halte die ersten Seiten des Notizbuches frei für ein Inhaltsverzeichnis. Dort trägst du ein, was in deinem Buch drinsteht. Du kannst auch Symbole verwenden, wie für wichtige, erledigte oder aufgeschobene Dinge oder einen Termin.

Eine ganz wichtige Seite ist der „Future Log“, eine Sammlung von Einträgen über künftige Ereignisse und Aufgaben. Hier alles reinschreiben, was die Zukunft dir bringen könnte, geordnet wird später. Genauso verfährst du mit dem „Monthly Log“ und „Daily Log“.

Und hier die Nachteile des Bullet Journal: 

  • Du musst die Struktur selbst erfinden und gestalten. Für ein Zeitplanbuch findest du Kalender mit vielen Einteilungen, wie ein Monat, eine Woche oder ein Tag auf einer oder zwei Seiten. Dazu kriegst du jede Menge Blätter mit oder ohne Lineatur, Formblätter oder Register. Im Bullet Journal musst du deine Kalender selbst gestalten, mit Stiften in mehreren Farben und einem Lineal. Das muss nicht unbedingt besser werden als ein fertig gekaufter Jahreskalender.
  • Und was passiert, wenn du eine Liste abgearbeitet hast? Im Notizbuch bleibt eine Seite mit durchgestrichenen Worten, beim Zeitplaner wirfst du diese Liste einfach weg, sie stört dich nie wieder.
  • Wie hilfst du dir, wenn du immer mehr geschrieben hast, aber du weißt nicht mehr, wohin mit all den Notizen? Ein zweites Notizbuch eröffnen? Ganz von vorne beginnen? Ein Zeitplaner ist hier viel flexibler.

Das Fazit: Ein Bullet Journal bringt dir nicht viel mehr als ein herkömmlicher Zeitplaner. Den kannst du auch individuell bestücken, aber er bietet mehr Optionen, sobald du immer mehr notiert hast.

Ein Lesetipp: Das Buch von Ryder Carroll heißt Die Bullet-Journal-Methode: Verstehe deine Vergangenheit, ordne deine Gegenwart, gestalte deine Zukunft“. Du kannst es hier bestellen:

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