Kategorien
Kreatives Schreiben Notizbuch

Journaling: Notizen eines Rock-Stars

Auszug aus „Journals“ – Die Tagebücher von Kurt Cobain

Journaling oder das Schreiben von Tagebüchern oder Ideensammlungen ist nicht neu. Ein altes Buch zeigt ganz anschaulich, welche Notizen ein US-Rockstar aus den 1990-ern hinterließ.

Vielleicht erinnern sich noch einige an eine Grunge-Band namens Nirvana und deren Frontman Kurt Cobain. Leider eine ganz tragische Figur: Kein Schulabschluss, kein Beruf, Drogen und Depressionen, Selbstmord. Was blieb, ist eine Band, die den Lauf der Musikgeschichte veränderte.

Über Kurt Cobain wurde zu Lebzeiten und danach viel geschrieben, darunter ein Buch über seine „Tagebücher“, so der deutsche Titel, oder seine „Journals“ im Original. Als Faksimile werden Notizen, Skizzen und Tagebücher gezeigt, über 200 Seiten, teilweise eng beschrieben und mit eigenwilligen Cartoons illustriert.

Wie besessen schrieb Kurt Cobain Dutzende von Spiralblöcken voll. Man findet Briefe, Todo-Listen, Erinnerungen, neue und überarbeitete Songtexte, dazu Entwürfe für LP-Cover und T-Shirts. Wie produktiv Cobain war, lässt sich nur grob schätzen. An einer Stelle beklagt er, dass vier seiner Notizbücher gestohlen wurden, in denen die Arbeit von zwei Jahren steckte.

Journals – die Tagebücher des Kurt Cobain von Nirvana

Cobain kaufte vor allem die Spiralblöcke von Mead, denn sie waren preiswert und an jeder Ecke zu kriegen. Die Blöcke sind noch heute erhältlich, und zwar im amerikanischen Letter Format von 215,9 mm × 279,4 mm, das ungefähr so groß ist wie das deutsche DIN-A4 mit 210 mm × 297 mm.

Der Vorläufer der Mead Paper Company wurde schon 1846 gegründet und übernahm 1966 Westab, den Anbieter der Spiralbücher. Im Programm von Mead sind heute Blöcke, Planer und die für die USA typischen 3-Ring-Binder. Mead gehört zur ACCO Gruppe mit den Planern von Day-Timer, Day Runner oder At-a-Glance.

Doch warum die superbilligen Spiralblöcke? Ganz einfach: Die Aufzeichnungen stammen aus 1987 bis 1993, als der PC noch in den Kinderschuhen steckte. Heute würde ein Kreativer wie Cobain seine Notizen vermutlich mit einem Tablet oder Smartphone festhalten, aber diese Geräte war zu jener Zeit noch nicht erfunden.

Auch ein Notebook oder Laptop, die damals auch „Schlepptop“ genannt wurden, hätte Cobain nicht viel genutzt. So wie er seine Notizen behandelte, wie man auf den Faksimiles sehen kann, hätte ein tragbarer Computer nicht lange durchgehalten.

Zur gleichen Zeit, also Anfang der 90-er Jahre, erlebte der Filofax den Höhepunkt seines Lebenszyklus. Vielleicht war Cobain dessen Format Personal (95 x 171 mm) zu winzig, denn die Modelle in A5 war noch nicht erhältlich.

Auch am Geld konnte es nicht liegen, dass Kurt Cobain keinen Filofax besaß. In „Journals“ findet sich ein Eintrag, dass er in einem Jahr (vermutlich 1993) rund 5 Millionen Dollar verdiente. Dafür hätte er auch die teuersten Filofax-Modelle wie den aus Haifischhaut gekriegt. Aber der passte nicht zum Stil des Kurt Cobain.

Weitere Infos: www.mead.com

Zur Erinnerung: Kurt Cobain (1967 bis 1994) stammte aus der Nähe von Seattle und geriet dort in die Szene des Indie- und Punkrock. Mit 20 gründete er Nirvana, eine der ersten Grunge-Bands, und mit 23 verfiel er dem Heroin. Am 5. April 1994 erschoss sich Kurt Cobain in seinem Haus in Seattle, er wurde 27 Jahre alt.

Die Erstausgabe von „Journals“ erschien 2002, die deutsche Ausgabe heißt „Tagebücher“, beide in mehreren Verlagen und Auflagen.

Zur Startseite

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.