Kategorien
Filofax Hersteller

Alles außer Filofax

Neben Filofax, dem Pionier und Marktführer der Zeitplanung auf Papier, tummeln sich noch mehrere Marken in diesem Markt. Wie stehen sie heute so da?

Diese Anbieter sind:

  • Chronoplan 
  • Helfrecht
  • Succes
  • Tempus
  • Time/system

    Ein Chronoplan Midi – noch fast wie aus dem Paket
  • Die halten noch lange

Chronoplan wurde von der heutigen Avery Zweckform entwickelt, einem Anbieter von Etiketten und Formularbüchern. Das Unternehmen bietet heute Terminplaner in zwei Größen, Einlagen sowie mehrere Kalender an.

  • Die mit den markanten Ecken

Helfrecht hat sich auf Schulungen und Seminare für Unternehmen spezialisiert. Aus den Trainings wurde ein Panungssystem abgeleitet, dessen Formulare in Ringbücher mit 115 x 168 mm passen. Die Ringbücher, erkennbar an einer abgerundeten Ecke, wirken wie eine Zugabe zu den Schulungen. Daneben wird auch ein Buchkalender in A5 angeboten.

  • Zeitplaner aus den Niederlanden

Succes wurde 1928 in den Niederlanden gegründet und verlegte mit dem „Succes Magazin“ das erste Wirtschaftsmagazin des Landes. 1932 folgten die Succes Kalender. Heute liefert Succes nicht nur Ringbücher und Kalender, sondern auch Lederwaren und Taschen. Die Ringbücher gibt’s in vier Formaten, dazu Einlagen und Formblätter. Das Format Senior misst 95 x 150 mm und weicht damit von der Größe des Filofax Personal ab.

  • Stark im Consulting

Tempus hat eine eigene Akademie und das Consulting zur Zeitplanung aufgebaut, dazu kommen Ringbücher und Formulare für A5 und das eigene „Westentaschenformat“ mit einer Papiergröße von 8,6 x 14,5 cm.

  • Die für den Manager

Time/system wurde 1981 in Dänemark gegründet. Das A5-Ringbuch war lange Statussymbol für leitende Angestellte. Heute sind Ringbücher in A5 und dem eigenen Format Compact im Programm, das in Größe und Lochung aber vom Quasi-Standard des Filofax Personal abweicht. Seit den 80er Jahren bietet Time/system auch Schulungen fürs Zeitmanagement an, das dem Jahresinhalt für die Ringbücher entspricht.

 

Weitere Infos

 

Zur Startseite

Kategorien
Filofax Hersteller

Statt Filofax: Ein „Big Boss Man“ von Chronoplan

Das Angebot an hochwertigen Organisern wird immer dünner. Im Handel ist Filofax am häufigsten anzutreffen, andere Marken sind nur noch online erhältlich. Schauen wir uns einmal dieses Ringbuch von Chronoplan an.

Der Chronoplan Midi (l.)  im Größenvergleich mit einem Filofax Winchester

Größer als ein Filofax

Gestern kam das Paket an. Drinnen ein Chronoplan Terminplaner Midi aus schwarzem Vollrindleder, Bestellnummer 50174. Erster Eindruck: Das Leder fühlt sich angenehm an, die Verarbeitung wirkt solide.

Zur Ausstattung des Chronoplan gehören Einsteckfächer, zwei Stiftschlaufen und ein Druckbleistift der Edelmarke Faber-Castell. Gefüllt ist der Chronoplan mit Notizpapier, zwei Registern, Tageslineal und einem Formularpaket.

Kalenderblätter wurden nicht mitgeliefert – aber wer führt seinen Terminkalender noch auf Papier? Klar: Es gibt eine Alarmfunktion, und wiederkehrende Termine müssen nicht neu eingetragen werden.

Die Ringe haben einen Durchmesser von 25 mm. Sie sind wieder rund, nachdem der D-Ring von Chronoplan nicht wirklich praktisch war. Die aktuellen Ringe sind auch nicht in der Mitte des Organisers angebracht, sondern nach rechts versetzt. Das bedeutet: Dieses Zeitplanbuch ist deutlich größer als ein Filofax, und es passt auch viel mehr rein.

Geöffnet liegt der Chronoplan Midi vollkommen flach auf einer Unterlage auf. Die Ringe passen superpräzise ineinander und lassen das Vertrauen aufkommen, dass sie noch lange halten.

Ein Fazit

Als Filofax auf der Höhe des Erfolges war, wollte ich keine andere Marke kaufen. Aber die Zeiten ändern sich. Denn darauf kommt es an:

  • Qualität des Materials
  • Verarbeitung
  • Zuverlässigkeit der Ringmechanik

Ich besitze jetzt vier Zeitplaner von Chronoplan, und ich finde, der ist die bessere Wahl als das Original.

Zum Hersteller

Das Zeitplansystem Chronoplan entstand 1991 bei Zweckform aus Oberbayern. 1946 gegründet, begann Zweckform mit Formularbüchern und erfand 1954 den Quittungsblock, von dem noch heute Millionen verkauft werden. 

Nach dem Erfolg in Deutschland begannen die weltweiten Geschäfte. Seit 1987 vertreibt Zweckform auch die Post-It Haftnotizen von 3M. Anfang 1999 ging Zweckform in dem US-Konzern Avery Dennison auf. Der wiederum wurde von Stan Avery gegründet, der 1935 in New York die Selbstklebe-Etiketten erfand. 

2013 wurde die Sparte der Avery Büroprodukte an die kanadische CCL Industries aus Toronto verkauft, die mit über 21.000 Mitarbeitern einen Weltumsatz von über 3,5 Milliarden Euro erzielt.

Weitere Infos: www.avery-zweckform.com

Zur Startseite

Kategorien
Hersteller Traveler's Notebook

Statt Filofax: Das Traveler’s Notebook

Ein Traveler’s Notebook von Midori aus Japan. Foto (1): Traveler’s Company

Ein Traveler’s Notebook ist eine Hülle für Notizbücher und Zubehör. Der Einband besteht zumeist aus Leder, angeboten werden auch andere Materialen. Die Notizhefte werden mit Elastikbändern oder Metallklemmen in der Hülle befestigt.

Das Traveler’s Notebook ist eine Alternative zu einem Ringbuch wie dem Filofax – nicht so dick und vor allem sind beide Seiten mühelos zu beschritten, da die Ringmechanik fehlt und der schreibenden Hand nicht im Weg ist.

Den Einband gibt es in mehreren Größen und Farben:

  • A5 für komfortables Schreiben und genug Platz für Skizzen und Zubehör
  • A6 oder so groß wie ein Reisepass eignet sich ideal zum Mitnehmen in der Hosentasche
  • Hochformat wie der Hobonichi Weeks

In die Hülle kannst du beliebig ein oder mehrere Notizbücher packen, und du hast auch einige Auswahl beim Papier: Unbedruckt, liniert, kariert oder punktkariert (dotted), außerdem weich und glatt oder Kraft- oder Skizzenpapier zum Zeichnen. Kalender sind im Tages-, Wochen- oder Monatslayout erhältlich und lassen sich mit Notizheften deiner Wahl kombinieren.

Als Zubehör erhältst du

  • Stiftschlaufen zum Einkleben, obwohl ein Stift auch hinter die Bänder geklemmt werden kann
  • Hüllen für Visitenkarten, Briefmarken oder Fotos, Quittungen und anderen Kleinkram
  • Wenn du viel und gerne schreibst, kannst du die vollen Notizhefte sammeln und archivieren, dafür gibt es Ordner und Boxen.

Einer der ersten Anbieter der Traveler’s Notebooks war Midori aus Japan, ein führender Papier-Hersteller des Landes.

  • 1950: Midori wird gegründet und bietet Schreibpapier und Umschläge an
  • 2006: Das erste Traveler’s Notebook von Midori mit fünf Notizbüchern als Einlage
  • 2009: Ein Traveler’s Notebook in der Größe des Reisepasses
  • 2011: Midori eröffnet erste Ladengeschäfte in Japan
  • 2015: Midori gründet die Marke Traveler’s Company

Weitere Infos: https://www.travelers-company.com

https://www.midori-japan.co.jp/md/en/

Zur Startseite

Kategorien
Hersteller Notizbuch

Starke Planer aus Fernost

Kaum ein Land hat eine so lange Tradition in der Papierherstellung wie Japan – oder in der Kunst, Papier zu falten: Origami. Wer einen Kalender oder ein Notizbuch sucht, findet in Japan sehr schöne Produkte – und nicht nur von Hobonichi.

 

  • Nur 8x in Deutschland

Muji ist eine 1980 gegründete japanische Handelskette mit über 20.000 Mitarbeitern und 800 Filialen in 26 Ländern. Als Eigenmarke der Seibu-Kaufhauskette hat Muji heute über 7.000 Artikel im Programm, die einen Weltumsatz von über 3,7 Milliarden Euro bringen.

Es sind No-Name-Produkte, nicht überteuert, aber von einer bezaubernden Ästhetik. Das Erfolgsrezept von Muji: Die Produkte sind preisgünstig, stammen aber von namhaften Designern aus der ganzen Welt.

In Deutschland hat Muji acht Läden, drei davon in Berlin. Sie verkaufen Schreibwaren, Büroartikel, Kosmetika, Kleidung und Möbel. In den „Fünf Höfen“ in München haben wir eine ganze Reihe von Kalendern und Notizbüchern gefunden, die meisten in schlichtem braunen Papier, das sich sehr angenehm anfühlt.

Weitere Infos: www.muji.eu

 

  • Zeitplaner für die Industrie

Nolty ist wie Pagem eine Notizbuch-Marke der Japan Management Association (JMA). Seit seiner Einführung im Jahr 1949 sollte das „Efficiency Notebook“ die Manager in Wirtschaft und Industrie schneller und produktiver machen. 

Zunächst wurde das Notizbuch an die Mitglieder des Verbandes verschenkt, seit 1958 an jedermann verkauft. 2013 entstand daraus die Marke Nolty, 1991 war bereits die Marke Pagem erschienen. 

Das Notizbuch von Nolty enthält eine Zeitskala statt einer leeren Fläche für den Planungszeitraum. Die Größe richtete sich nach der Postkarte, dem damals führenden Medium im Geschäftsleben, und das cremefarbene Papier ist dünn und leicht zu beschreiben.

Weitere Infos: https://nolty.jp

https://pagem.jp

 

  • Ausgezeichnetes Design

Die japanische Marke Stalogy steht für „Standard & Technology“ und gehört einer Tochter des japanischen Chemiekonzerns Nitto Denko, 1918 in Osaka gegründet und heute über 30.000 Mitarbeiter stark.

Stalogy ist auf Haushaltsprodukte und Schreibwaren spezialisiert, darunter auch Notizbücher und Kalender. Ein Notizbuch von Stalogy hat Felder für Uhrzeit, Nummer, Datum und Wochentag sowie ein kariertes Raster. Diese Elemente werden auf jeder Seite in dezentem Hellgrau gedruckt.

Das Notizbuch liegt geöffnet ganz flach auf und lässt sich um fast 360 Grad durchbiegen. Das dünne Papier verträgt Bleistift, Kugelschreiber und laut Hersteller sogar Füllfederhalter. Das Notizbuch der Editor’s Series von Stalogy wurde in Japan mit mehreren Design-Preisen ausgezeichnet.

Weitere Infos: http://stalogy.jp

 

Bei aller Faszination dieser schönen Produkte bitte bedenken:

  • In Japan wird seit Jahrhunderten fast nur sehr dünnes Papier verwendet – deine Schrift kann darauf ausfransen oder durchdrücken
  • Wer ein Notizbuch direkt in Japan kaufen will, muss Bestellungen über 22 Euro incl. Versand selbst verzollen
  • Ein Kalender oder Notizbuch aus Japan ist zumeist nur in englisch und japanisch beschriftet

Zur Startseite

Kategorien
Hersteller Notizbuch

Paperblanks: Kunst aus Kanada

Im Buchladen fallen sie sofort auf: Aufwändiger Einband, verspielte Optik, wertige Verarbeitung. Die Notizbücher von Paperblanks sind ein Hingucker, den man ganz intuitiv in die Hand nehmen möchte.

Ein auffälliges Notizbuch von Paperblanks. Fotos (2): Paperblanks

Und so begann’s: Anfang der 1990er Jahre lernte Vic Marks, ein kanadischer Autor und Verleger, die Inderin Supriti Bharma kennen. Aus der kreativen Chemie zwischen Vic und Supriti entstand 1992 das erste Notizbuch von Paperblanks.

Vom ersten Büro in Vancouver, Kanada begann die Expansion, sodass die Notizbücher von Paperblanks heute in 100 Ländern erhältlich sind. Auch wurde die Produktion von Umschlag, Bindung, Verschluss und Innendesign des Buches nach China verlagert.

 

Die Meilensteine von Paperblanks:

1992 –  Erste Kollektion in Vancouver, Kanada

1995 – Einführung der Literarischen Handschriften

2002 – Paperblanks ist in Europa erhältlich

2002 – Erster Einband mit Magnetverschluss

2004 – Eröffnung der europäischen Zentrale in Dublin

2005 – Neben Notizbüchern auch Kalender und Adressbücher im Programm

2010 – Erste Buchschließe aus Metall

2011 – Erste Muster mit Farbschnitten

2018 – Stifte-Etuis im Programm

2018 – Dot-Grid Planner für Bullet Journals

2019 – Neues Erscheinungsbild und Logo

 

Eine nützliche App

Für Smartphones ist die kostenlose Journal Prompts App erhältlich, zurzeit aber nur in Englisch. Sie liefert Anregungen zum kreativen Schreiben oder Journaling.

Man schüttelt das Handy, um eine zufällige Übung angezeigt zu bekommen, dazu eine kurze Anleitung zum Schreiben oder Skizzieren. Jede Übung besteht aus einem Satzanfang, den du selbst weiterführen oder beantworten musst. Die App soll dabei helfen, neue Themen zu finden, über die du in deinem Notizbuch oder Kalender schreiben könntest.

 

Handwerklich innovativ

Hinter Paperblanks steht der kanadische Verlag Hartley & Marks aus Vancouver. Das Unternehmen wurde 1972 gegründet, verlegt aber keine neuen Bücher mehr. Im Programm sind nur noch zwei langjährige Bestseller über Typografie und japanische Holzbaukunst.

2003 entwickelte Hartley & Marks erste Prototypen für neue Notizbuch-Serien und Formate. Daraus entstand 2007 das Projekt „Paper-Oh“. Es besteht aus Notizbüchern mit eigenwilligem Design und handwerklicher Papierkunst.

Weitere Infos:

https://www.paperblanks.com/de/

http://www.paper-oh.com

http://www.hartleyandmarksgroup.com

Zur Startseite

Kategorien
Hersteller Kalender

weekview: Ein saisonales Geschäft

weekview – Breit aufgestellt mit Lösungen zum Zeit-Management. Fotos (3): weekview

Die Initialzündung für weekview kam 2010: Nikolaus Obersteiner, Gründer und Inhaber des Unternehmens aus München, stolpert in einer Vortragsreihe über die Frage: „Woher kommt die 7-Tage-Woche?“

Nikolaus Obersteiner, Gründer und Inhaber von weekview

Obersteiner hatte lange im Projekt-Management gearbeitet und war auch privat auf der Suche nach einem funktionierenden Zeitmanagement-System. Er erinnert sich: „Sofort ahnte ich etwas von der Genialität, die hinter diesen sieben Tagen, aufgeteilt in sechs Arbeitstage und einen Ruhetag, verborgen liegt.“

Das Ergebnis sind die heutigen Zeitplaner, die durchgängig einem wochenorientierten Kalendersystem folgen. Obersteiner: „Die 7-Tage-Woche steht im Zentrum unseres Konzeptes, wie es auch unser Firmenname zum Ausdruck bringt. In der Wichtigkeit folgen das Quartal und das Jahr, sodann die Jahrwoche, die sich über 7 Jahre erstreckt.“

Das Sortiment von weekview:

  • Buchkalender
  • Wandplaner
  • Planungs-Tools für Firmen und das Privatleben
  • Einlagen für Zeitplanbücher
  • Digitale Lösungen zum Zeit-Management
Auch Wandkalender gehören zum Sortiment von weekview

Auslastung sinnvoll verteilen

Doch Kalender sind ein saisonales Produkt. Im vierten Quartal, zur Jahreswende hin, verkaufen sie sich wie wild – danach und davor läuft’s ruhiger.

Dass die Branche der Zeitplaner ein herausforderndes Geschäft ist, bestätigt auch Nikolaus Obersteiner. Darauf reagiert weekview so: „Wir versuchen, diese Lücke durch Midyear- und zeitunabhängige Produkte auszufüllen“. Das erklärt auch die vielen Kalender anderer Hersteller, die im April oder Juli neu erscheinen, um das akademische oder Schuljahr optimal abzudecken.

Zwischen Februar bis August bietet weekview auch die eigene Fertigung und Logistik als Dienstleistung an. Zur kompletten Abwicklung des Warenversands steht eine Folienpackmaschine mit Schrumpftunnel zur Verfügung, geeignet für Bücher, Spiele oder Kleinteile bis zum Format DIN-A4.

Weitere Infos: weekview.de

Zur Startseite

Kategorien
Hersteller Kalender Notizbuch

Wie Moleskine ein Bestseller wurde

Hier gibt’s den Moleskine in einer riesigen Auswahl!


Das Notizbuch von Moleskine kennt jeder. Es gibt sich betont klassisch, mit dem beschichteten Karton, der Falttasche am Buchende und dem genähten Buchrücken, damit das Notizbuch beim Aufschlagen flach aufliegt. 

Und immer wieder der Hinweis, wer so ein Notizbuch schon benutzt haben soll, darunter Hemingway und Picasso. In der Tat: Das Vorbild des Moleskine waren französische Notizbücher aus dem 19. und 20. Jahrhundert, wie sie Künstler und Schriftsteller gerne kauften. 

Doch die Nachfrage ging zurück, in den 1980ern war der Markt für Notizbücher ganz unten. Vielleicht lag es an den elektronischen Zeitplanern, deren Siegeszug zu dieser Zeit begann.1997 erkannte der kleine Verlag Modo&Modo aus Mailand diese Marktlücke, ließ den Begriff Moleskine schützen und nahm die Produktion der Notizbücher wieder auf.

Durchstarten mit einem Klassiker

Und der Erfolg war riesig! Modo&Modo konnte bis 2006 die Nachfrage kaum noch abdecken. Einfach jeder wollte so ein Notizbuch von Moleskine besitzen. Die Dinger waren ja einfach geil.

Wie jedes Massenprodukt, muss auch Moleskine einige Kritik einstecken. Dass die Papierstärke nur 70 g/qm beträgt, wird oft als Mangel angesehen, zumal andere Hersteller auf 80 g/qm oder mehr setzen. Andere vermissen perforierte Seiten zum schnellen Heraustrennen oder einen serienmäßigen Stifthalter.

Statt aus eigener Kraft zu wachsen, wurde die Expansion mit Fremdkapital finanziert und die Eigentümer mehrmals gewechselt. 2013 ging Moleskine an die italienische Börse. Ende 2016 wurde die Marke von dem belgischen Unternehmen D’Leteren gekauft und von der Börse zurückgezogen. 

Pläne für die Zukunft

Heute beschäftigt Moleskine über 500 Mitarbeiter und produziert auch Taschen, Stifte, Etuis und Lesepulte, entworfen von italienischen Designern, aber in Fernost und der Türkei produziert.

Zusammen mit einem italienischen Partner startete Moleskine 2017 ein Programm für Start-ups, die Projektvorschläge für das Notizbuch einreichen sollten. 2019 gewann die Moleskine Flow App den Apple Design-Preis für exzellentes Design und Innovation. 

Die App ermöglicht digitale Zeichnungen und Notizen wie mit mehreren Papiersorten, Farbstiften und Maltechniken. Die Flow App kann kostenlos geladen werden, allerdings gibt es den Zugriff auf alle Funktionen nur gegen Bezahlung.

Zur Startseite

Kategorien
Filofax Hersteller

Die Filofax Story

Tempo steht fürs Papiertaschentuch, und Filofax steht fürs Zeitplanbuch. In den 80er und 90er Jahren galt der ledergebundene Ringordner als Standard im Geschäftsleben, allen voran Filofax und der dänische Hersteller Time/system.

Filofax prägte so sehr die Branche, dass ungezählte Nachahmer ihre Ringbücher im Format Personal des Filofax mit 95 x 171 mm anboten, während Time/system vor allem auf das deutsche A5-Format setzte.

Durch die Ringmechanik sind der Filofax und andere Zeitplanbücher extrem flexibel. Man kann seinen Inhalt zusammenstellen, wie es gerade passt, oder auch auf mehrere Bücher verteilen. Was erledigt oder überholt ist, wird herausgenommen oder archiviert.

Und so entwickelte sich Filofax:

Um 1910: Der Amerikaner John C. Parker erfindet einen Ringordner mit sechsfacher Lochung für technische Datenblätter

1912: Gründung von Lefax in Philadelphia, zusammengesetzt aus „Leafs“ und „Facts“ („Blätter“ und „Fakten“)

1919: Der englische Colonel Disney übernimmt die Idee aus den USA und gründet in London die Norman & Hill, Ltd.

1921: Norman & Hill bietet ledergebundene Zeitplaner als „File of Facts“ an

1930: Die Marke Filofax wird als Warenzeichen eingetragen

1940: Norman & Hill wird ausgebombt. Die Sekretärin Grace Scurr kann mit den Aufzeichnungen aus ihrem Filofax den Betrieb wieder herstellen

1976: Norman & Hill wird in Filofax, Ltd umbenannt

1987: Filofax geht an die Börse

1990: Übernahme durch den Tranwood Consortium Fund, Gründung der Filofax Group

1994: Filofax kauft den amerikanischen Hersteller Lefax, dessen Produkte Vorbild waren und lange in Lizenz angeboten wurden

1998: Feindliche Übernahme durch das US-Unternehmen DayRunner

2000: Schließung der Produktion in Großbritannien

2001: Verkauf an den schottischen Kalenderhersteller Letts, daraus entsteht die „Letts Filofax Group Ltd.“

2006: Die Letts Filofax Group Ltd.  fusioniert mit Blueline, einem kanadischen Unternehmen von 1917, zur FLB Group.

Heute: Weltweit sind 800 Mitarbeiter für die FLB Group tätig, davon 20 für die deutsche Niederlassung im Rhein-Main-Gebiet. Nach Angaben des Unternehmens werden im schottischen Dalkeith jährlich über 20 Millionen Zeitplanbücher und Kalender produziert.

Was der Filofax mit den Yuppies zu tun hatte, kannst du hier lesen

Weitere Infos:

www.filofax.de

https://timesystem.de

http://www.flbgroup.com

https://lettsoflondon.com

https://www.blueline.com

Zur Startseite