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Wer kennt den Apple Newton noch?

Der Apple Newton war seiner Zeit weit voraus. Foto (1): Apple

PIM und PDA – das sind fast vergessene Abkürzungen für einen Personal Information Manager und Personal Digital Assistant. Sie gingen aus den programmierbaren Taschenrechnern hervor und eigneten sich zur Verwaltung von Kalender, Adressen und Aufgaben, bis sie vom Smartphone und Tablet verdrängt wurden.

Ebenso in Vergessenheit gerieten innovative Hersteller wie Palm, US Robotics oder Sharp. Nur einer der ganz frühen Hersteller ist heute noch groß im Geschäft mit Smartphones, Tablets und Computern: Apple aus dem kalifornischen Cupertino. 

Der Apple Newton war ein früher PDA, erhältlich von 1993 bis 1998, den Anfangsjahren des Internet für alle. Und aus der Zeit von Apple-CEO John Sculley, der den Firmengründer Steve Jobs 1985 vor die Tür gesetzt hatte.

Der Newton war etwas kleiner als ein A5-Blatt und 400 g schwer. Über einen Touchscreen sollten Zeichen und Worte erkannt werden, was mit dem schwachen Prozessor aber nur unzureichend funktionierte.

Der Bildschirm war nicht bunt, sondern zeigte nur 16 Graustufen. Der Arbeitsspeicher hatte 4 MByte und 8 MByte beim letzten Modell – für heutige Maßstäbe unglaublich wenig, für damalige Verhältnisse aber recht ordentlich.

Die Geräte von damals wurden nach der Zahl ihrer Schnittstellen beurteilt. Der Newton hatte

  • einen Stromanschluss, um die Akkus zu laden
  • eine Schnittstelle zum Apple Macintosh und
  • einen Kartenschacht. Das war’s.

Dass der Newton seiner Zeit voraus war, bedeutete:

  • Der Prozessor war ständig überfordert
  • Die Laufzeit des Akku war zu kurz
  • Eine Infrastruktur zum mobilen Datenaustausch war kaum vorhanden

Schon bei der Einführung war der Preis sehr hoch, und das Betriebssystem lief anfangs nur auf Englisch. So wirklich konnte Apple diese Kinderkrankheiten nie beheben, auch nicht 1997 mit dem Apple eMate für amerikanische Schulen. Im Gegensatz zum Newton hatte der eMate eine eingebaute Tastatur und den Formfaktor eines kleinen Laptop.

Nach seiner Wiederkehr als CEO bei Apple stellte Steve Jobs 1998 die Produktion des Newton sofort ein. Angeblich hatte er ihn nie gemocht. Was aber nicht bedeutet, dass Jobs keine kleinen Geräte mochte. So stellte er 2007 das iPhone und 2010 das iPad vor, beides Bestseller, die ein Notebook fast ersetzen können.

 

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Notizbuch oder digital?

„Ein Zeitplanbuch, so etwas Altmodisches! Gibt es diese Dinger überhaupt noch?“ So ein Satz ist sehr gut denkbar. Und: „Ich habe ein Smartphone. Damit erledige ich alles!“

Völlig richtig: Dein Smartphone speichert Telefonnummern, Mail-Adressen und Termine. Dazu kommt das endlose Angebot an Apps, mit denen das Handy immer mehr Aufgaben erledigen kann. Und natürlich die Kameras, die technisch immer besser werden.

Im Datenverbund mit dem PC oder Notebook werden die Handy-Inhalte synchronisiert. Dadurch hat man auf dem Mobilgerät seine Dateien und Arbeit vom Schreibtisch immer mit dabei. Umgekehrt wäre es eine ziemliche Fummelei, mit der kleinen Tastatur des Handys längere Texte einzutragen.

Aber: Wer unterwegs mit dem Smartphone oder Tablet fotografiert, hat seine Bilder bereits auf dem Notebook und PC, sobald er es auf dem Schreibtisch wieder anschaltet. Zumindest in der Systemwelt von Apple, wo die Daten der Anwender in der iCloud gesichert sind. 

Dass die iCloud von Apple alles über ein Rechenzentrum in den USA speichert, könnte die Datenschützer so richtig aufregen. Nur: Was du als privater User an Fotos oder E-Mails besitzt, interessiert keinen Geheimdienst der Welt. Für Großunternehmen, Behörden oder Kriminelle aber gilt: Wer brisante Datenbestände besitzt, weiß das vorher und kann geeignete Vorkehrungen treffen.

Aber wozu noch ein Zeitplanbuch? Auf keinen Fall, um den Kalender doppelt zu führen. Denn diese Mühe führt zu nichts. Aber: Wer Notizen schriftlich festhält, statt sie ins Handy einzutippen, erinnert sich besser an das Geschriebene. „Denken mit der Hand“, so bringt es der Notizbuchhersteller Leuchtturm auf den Punkt.

Was du in ein Smartphone oder Notebook eintippst, lässt sich viel schwerer wiederfinden als Notizen in einem Zeitplanbuch, das du einfach durchblättern kannst – oder einzelne Seiten einem Stabilo oder Lineal markierst.

Sehr häufig hört man auch das Wort „Haptik“, also die Lehre vom Tasten, wie es der Duden erläutert. Es ist schon ein besonderes Gefühl, ein Buch statt eines Readers oder eine Zeitung statt eines Online-Artikels zu lesen. 

Das Schreiben mit einem Stift auf Papier gibt ein sinnliches Gefühl, da es glatt, rau, zerknittert oder stark gemasert sein kann. Aber auch, was dabei rauskommt, ist interessant: „Ich reise niemals ohne mein Tagebuch. Man sollte immer etwas Aufregendes zu lesen bei sich haben,“ wie der englische Autor Oscar Wilde zitiert wird.

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